"Orchester ins Herz geschlossen"

Muellheim.2018
DAS ORCHESTER INS HERZ GESCHLOSSEN
Junge Philharmonie Köln in Müllheim/Baden

http://www.badische-zeitung.de/muellheim/das-orchester-ins-herz-geschlossen--147886972.html

Von Dorothee Philipp
Mo, 08. Januar 2018
Müllheim
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• Brillantes Tonfeuerwerk zum neuen Jahr: die Junge Philharmonie Köln mit Dirigent Volker Hartung. Konzertmeister Artem Komonow hier als Solist in der „Havanaise“ von Saint-Saëns.
MÜLLHEIM. Das Neujahrskonzert im Müllheimer Bürgerhaus mit der Jungen Philharmonie Köln ist das erste Highlight im hiesigen Kulturkalender. Das Publikum hat das junge Orchester mit seinem Dirigenten Volker Hartung ins Herz geschlossen, was die steigenden Besucherzahlen zeigen: Im vergangenen Jahr waren es rund 500, diesmal über 600, die sich von den beschwingten Klängen verzaubern ließen. Auch diesmal vergaß Hartung nicht, das Bürgerhaus als "phänomenale Konzerthalle" zu loben, in der immer so eine tolle Atmosphäre herrsche.

Mit den drei wuchtigen Posaunenstößen, die die Ouvertüre zu Verdis Oper "La Forza del Destino" einleiten, hatte das Orchester sofort die volle Aufmerksamkeit des Publikums, das sich dann zurücklehnen konnte, um das Drama der Handlung, das diese Ouvertüre in spannenden Tongemälden vorwegnimmt, zu genießen. Hartung dirigiert hellwach, präzise und unerbittlich, hält zu jedem Pult einen geradezu telepathischen Kontakt, lässt den Dirigentenstab tanzen, malt die Musik mit einem unerschöpflichen gestischen Repertoire. Ihm zuzuschauen ist die reine Freude. Auch weil er das mit einer unverkrampften Lässigkeit verbindet, die bei jedem Takt eine warmherzige Liebe zu seinen Musikerinnen und Musikern spüren lässt. Volker Hartung moderiert seine Konzerte sparsam, charmant und mit witzigen Anekdoten, die Informationen ganz nebenbei transportieren. Nach Verdi versetzte die "Morgenstimmung" aus Griegs Peer-Gynt-Suite in die herbe Klarheit des hohen Nordens mit verhaltenem Tempo und einer reich gestuften Dynamik, die Licht und Farben aufblühen ließ. Dieser Farbenreichtum entfaltete sich später auch bei vier Nummern aus Tschaikowskys "Schwanensee-Suite".

Eine lautstark durcheinander tönende Arche Noah

Was wäre aber ein Neujahrskonzert ohne Johann Strauss? Der Frühlingsstimmen-Walzer, die schöne blaue Donau und die Ouvertüre zur "Fledermaus" weckten in Müllheim schöne Erinnerungen an das opulente Operetten-Spektakel auf dem Markgräfler Platz. Am launigen "Perpetuum Mobile", bei dem sich der Dirigent mitten im ausgelassenen Musizieren davonmacht, hatte das Publikum seine helle Freude.

Wie immer waren auch hervorragende Solisten mit dabei, dieses Mal in einer ganz internationalen Zusammensetzung. Zunächst der junge Konzertmeister Artem Komonov aus Moskau, der eine "Havanaise" von Camille Saint-Saëns für Violine und Orchester mit seinem feinen, bis in die höchsten Diskantspitzen beseelt singenden Ton zu einem delikaten Hörgenuss machte.

Und dann Panflötist Ion Malcoci aus Moldawien, der schon vor zwei Jahren das Müllheimer Publikum mit seinem virtuosen Spiel zu Begeisterungsstürmen hingerissen hatte. Diesmal spielte er ein Stück von Georges Enescu, eine rumänische Rhapsodie für Solo und Orchester, im Solopart bearbeitet für Panflöte. Am Ende traute man seinen Ohren kaum: Da hörte man auf einmal Vogelstimmen tirilieren, dann klopfte ein Specht und irgendwo rief ein Kuckuck. War das nicht gerade ein Pferd, das gewiehert hat? Und wo kam auf einmal das tiefe Muh einer Kuh her? Das Finale entwickelte sich zu einer lautstark durcheinander tönenden Arche Noah, sogar mit trompetenden Elefanten – ein toller Spaß!

Der dritte Solist des Abends war der Südkoreaner Chan Pak mit einem hinreißenden Solo auf dem Xylophon. "Erinnerung an Zirkus Renz" hieß das Stück von Gustav Peter für Xylophon und Orchester. Die kleinen Klöppel rasten wie ein Sturmwind über die Holzstäbe, rhythmisch hyper-präzise, ein kleines tönendes Silvesterfeuerwerk, das auch dem Solisten erkennbar Spaß machte. Die "Virtuosen Zugaben" gehören beim Neujahrskonzert mit der Jungen Philharmonie Köln immer mit dazu. So kam noch einmal Strauss zu Wort mit der rasanten Schnellpolka "Unter Donner und Blitz", virtuos und leichthändig musiziert. Dann gab es ganz großes Kino der Gefühle mit "Der einsame Hirte", einem Stück von James Last, in dem Ion Malcoci seine Panflöte singen und träumen ließ und die wie gebannt lauschenden Menschen mit seinen süßen Melodien regelrecht verzauberte.

Den zum Abschied nötigen Szenenwechsel besorgte das Orchester mit einem schmissigen, aber walzerleicht daherkommenden Radetzkymarsch, bei dem das Publikum von Hartung launige gestische Anweisungen zum Mitklatschen des Takts an den richtigen Stellen erhielt. Man möchte sich am liebsten jetzt schon Karten reservieren fürs nächste Jahr!
en Spiel zu Begeisterungsstürmen hingerissen hatte. Diesmal spielte er ein Stück von Georges Enescu, eine rumänische Rhapsodie für Solo und Orchester, im Solopart bearbeitet für Panflöte. Am Ende traute man seinen Ohren kaum: Da hörte man auf einmal Vogelstimmen tirilieren, dann klopfte ein Specht und irgendwo rief ein Kuckuck. War das nicht gerade ein Pferd, das gewiehert hat? Und wo kam auf einmal das tiefe Muh einer Kuh her? Das Finale entwickelte sich zu einer lautstark durcheinander tönenden Arche Noah, sogar mit trompetenden Elefanten – ein toller Spaß!

Der dritte Solist des Abends war der Südkoreaner Chan Park mit einem hinreißenden Solo auf dem Xylophon. "Erinnerung an Zirkus Renz" hieß das Stück von Gustav Peter für Xylophon und Orchester. Die kleinen Klöppel rasten wie ein Sturmwind über die Holzstäbe, rhythmisch hyper-präzise, ein kleines tönendes Silvesterfeuerwerk, das auch dem Solisten erkennbar Spaß machte. Die "Virtuosen Zugaben" gehören beim Neujahrskonzert mit der Jungen Philharmonie Köln immer mit dazu. So kam noch einmal Strauss zu Wort mit der rasanten Schnellpolka "Unter Donner und Blitz", virtuos und leichthändig musiziert. Dann gab es ganz großes Kino der Gefühle mit "Der einsame Hirte", einem Stück von James Last, in dem Ion Malcoci seine Panflöte singen und träumen ließ und die wie gebannt lauschenden Menschen mit seinen süßen Melodien regelrecht verzauberte.

Den zum Abschied nötigen Szenenwechsel besorgte das Orchester mit einem schmissigen, aber walzerleicht daherkommenden Radetzkymarsch, bei dem das Publikum von Hartung launige gestische Anweisungen zum Mitklatschen des Takts an den richtigen Stellen erhielt. Man möchte sich am liebsten jetzt schon Karten reservieren fürs nächste Jahr!

Kritik zum Neujahrskonzert 2018


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Karneval der Tiere

Scherzartikel auf höchstem künstlerischen Niveau, eifrig ausgeführt von der Jungen Philharmonie Köln (Dirigent und Moderator: Volker Hartung), das war der jüngste Publikumsrenner in der Kölner Philharmonie: Die Ouvertüre zu Mozart's "Figaro", ein Wirbelwind ohnegleichen; Saint-Saëns' »Karneval der Tiere« ein heiteres Bestiarium zwischen Romantik und Dadaismus; eine achtteilige Suite aus Tschaikowsky’s »Nussknacker«-Ballett, eine Typologie russischen Tanzvergnügens. In Zugaben war Konzertmeister Artem Komonov mit Sarasates "Zigeunerweisen"zu vernehmen, der Cancan aus Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt" gab den Publikum die Chance zum Mitklatschen. (gb)

Gerhard Bauer