Mar 2014

Konzertkritik in Schönstatt/Valendar

25. Februar 2014 | Rund ums Urheiligtum |

Begeisterndes Jubiläumskonzert mit Beethovens Sinfonie an die Freude

Der ukrainische Geiger Aleksey Semenenko spielt Beethoven in der Pilgerkirche

Hbre. Mit begeistertem Applaus und stehenden Ovationen bedankten sich die über 1.000 Zuhörer, die am Sonntag, 23. Februar, in der Pilgerkirche in Vallendar-Schönstatt, das Beethoven-Konzert der Jungen Philharmonie Köln und des Philharmonischen Chores Essen erlebt hatten. "Diese virtuose und zugleich majestätische Musik im Ambiente der Pilgerkirche in Schönstatt, einem der wohl besten Konzert-Räume im nördlichen Rheinland-Pfalz zu erleben, war für mich ein großes Geschenk", sagte ein Teilnehmer, der extra aus Trier nach Vallendar gekommen war. "Ein dem Anlass des Konzertes, '100 Jahre Schönstatt' absolut angemessenes Ereignis."
Die Junge Philharmonie Köln und der Philharmonische Chor Essen unter der Leitung von
Volker Hartung. Aleksey Semenenko, geboren 1988 in Odessa, Vertreter der berühmten Stoljarski Violinschule, derzeit zum Aufbaustudium in der Meisterklasse von Zakhar Bron an der Hochschule für Musik und Tanz, Köln.

D-Dur Konzert für Violine und Orchester – ein musikalischer Leckerbissen. Schon im ersten Teil des Abends erlebten die Zuhörer mit der Interpretation des Konzertes in D-Dur für Violine und Orchester op. 61 durch den jungen ukrainischen Geiger Aleksey Semenenko einen musikalischen Lecker- bissen. Semenenko beherrschte einerseits das wegen der hohen Lage der Solo-Violinstimme als extrem schwierig eingestufte Werk mit traumwandlerischer Sicherheit.

Andererseits war er gleichzeitig in der Lage, mit absoluter Feinfühligkeit und kraftvoller Virtuosität die Lyrik und Dramaturgie dieser Komposition Beethovens, die als eines der wichtigsten Werke der Konzertliteratur für Violine gilt, auf seiner im Jahr 1760 in Italien gebauten Landolfi-Geige, zu Gehör zu bringen.
Dass Orchester und Solist in dialogischer Ergänzung und in wetteifernder Gleichberechtigung als harmonisches Ganzes zu erleben waren, ist Volker Hartung, Chefdirigent der Jungen Philharmonie Köln, zu verdanken. Er ließ zum einen dem ukrainischen Solisten die nötige Freiheit, sich zu entfalten, zum Anderen konnte er die hochqualifizierten jungen Orchester-musikerinnen und -musiker einmal mehr dazu anspornen, die zarte bis brachiale Emotionalität des Werkes, das Beethoven komponierte, als er fast schon taub war, sensibel und kraftvoll zugleich zum Klingen zu bringen.

Volker Hartung, Chefdirigent der Jungen Philharmonie Köln, widmet sich besonders der Förderung und Entwicklung junger Talente. Mit fast 50 Sängerinnen und Sängern konnte sich der philharmonische Chor Essen gegen das Orchester behaupten.

Ein Loblied auf die Freude – Beethovens 9. Sinfonie in d-Moll
Für die Junge Philharmonie Köln sei die Aufführung der 9. Sinfonie in d-Moll op.125 eine Uraufführung gewesen, betonte Dirigent Hartung am Ende des Abends. Noch nie vorher hätte das Orchester dieses Werk zur Aufführung gebracht. Das Publikum möge nicht erschrecken, über die Lautstärke, die das Orchester gemeinsam mit dem Philharmonischen Chor Essen und vier Gesangssolisten im Konzertraum produzieren würden, hatte Hartung zu Beginn des zweiten Konzertteiles die Zuhörer vorgewarnt. Und tatsächlich, die voluminöse Klangfülle, die sich nicht nur im vierten Satz in der Ode an die Freude aufbaute, war - in Tempi und Rhythmen differenziert, in den Registern klar und klangfarblich eindeutig - überwältigend. Mindestens genauso beeindruckend waren aber auch die Teile des Werkes, die das Orchester in heiterer, tänzerischer Leichtigkeit (Scherzo) und behutsamer und zugleich ausdrucksstarker Intensität (dritter Satz) interpretierte. Absoluter Höhepunkt des Abends war aber das musikalisch gleichberechtigte Miteinander von Orchester, Chor und den vier Gesangssolisten, das in einer fesselnden Coda seinen Abschluss fand.

Die Information an die begeisterten Zuhörer zum Abschluss des Konzertes, das der Komponist
bei der Uraufführung am 7. Mai 1824 als Dirigent das Werk nur mit Unterstützung eines Hilfs-dirigenten leiten konnte, da er zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig ertaubt war, unterstrich einmal mehr die Genialität Beethovens, der unter - insbesondere für einen Musiker - so dramatischen Umständen mit seiner Neunten eine Sinfonie geschaffen hat, die heute als berühmtestes Werk der klassisch-romantischen Sinfonik gilt und die die Zuhörer an diesem Abend mit dem Erlebnis atem-beraubend majestätischer Klänge und geistlicher Tiefe zutiefst berührte.
Dr. Alexander Saftig, Landrat des Kreises Mayen-Koblenz, stellte den Zusammenhang zwischen dem Jubiläum Schönstatts und dem Konzert dar "Ein wunderbares Konzert zu einem wunderbaren Jubiläum."
Landrat Dr. Alexander Saftig hatte zu Beginn des Konzertes in einer Grußadresse, in der er auch seine Freude darüber zum Ausdruck brachte, dass aus Anlass des hundertsten Geburtstages der Schönstatt-Bewegung dieses besondere Konzert möglich wurde, die Vorfreude auf einen Abend mit „faszinierenden Darbietungen der vielen Künstler“ formuliert.
Wie die große Zahl der Konzert-Besucher zeige, sei das Jubiläumskonzert auch „ein Symbol der Ver-bundenheit der vielen Menschen mit der Schönstattbewegung“, die mit dem Liebesbündnis seit 100 Jahren in die Gesellschaft hinein wirke. Schönstatt sei ein Ort, „von dem der christliche Glaube in die ganze Welt ausstrahlt.“
Wallfahrtsleiterin Schw. Anne-Meike Brück zeigte sich sehr zufrieden mit dem Jubiläumskonzert. Schon in der Pause habe jemand im Internet gepostet: "Ein wunderbares Konzert zu einem wunderbaren Jubiläum." Zufrieden sei auch der Veranstalter, der vor einigen Jahren schon einmal ein Konzert in der Pilgerkirche angeboten habe. Die Pilgerkirche sei wegen ihrer sehr guten Akustik und der Atmosphäre ein gesuchter Ort für musikalische Aufführungen.
Die überraschend große Anzahl Besucher sei auch eine direkte Unterstützung der Jungen Philharmonie Köln, die ansonsten ohne Subventionen auskommen müsse.

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