Apr 2014

Kritik des Kölner-Stadt-Anzeigers zum Konzert mit Beethoven's 9. Symphonie

Bis zum letzten Platz war die Kölner Philharmonie für das Beethoven-Konzert ausverkauft. Standing Ovation für volle 20 Minuten in der Kölner Philharmonie und eine überwältigende Publikumsreaktion.

Hier die Kritik des Kölner Stadt-Anzeigers vom 28.2.2014:
Entdeckungsreise zu Beethoven
KLASSIK
Hartung mit der Jungen Philharmonie Köln
VON JOHANNES SCHMITZ
Beethoven und der Alkohol. Beethoven und die Taubheit. Der Dirigent Volker Hartung stellte das Konzert des Orchesters Junge Philharmonie Köln in seiner kurzen Anmoderation unter zwei biografische Gedanken. Und wies auch auf den wesentlichen Aspekt der neunten Sinfonie hin: dass Beethoven es da mit der ganzen Welt aufnehme. Die jungen Musiker aus vieler Herren Länder nahmen es mit Beethovens Werk auf. Sie durchschritten die emotionalen Höhen und Tiefen auf durchgehend auf gehobenem Niveau. Hartung gab moderne, rasante Tempi vor. Das Orchester folgte ihm darin und bot einen kräftigen Zugriff auf die Partitur. Diese Interpretation darf man als durchaus jung begreifen. Da mag man verzeihen, dass sich die Dynamik dieser ganz direkten Herangehensweise anpasste und selbst im langsamen Satz kaum wirklich leise musiziert wurde. Dafür aber stets mit Energie und dem Ringen um Intensität, was den Instrumentalisten große Sympathien in der ausverkauften Philharmonie eintrug.
Diese konnte besonders der 26-jährige Geiger Aleksej Semenenko aus der Ukraine auf sich vereinen, der vor der Pause Beethovens Violinkonzert mit kräftigem Ton und gediegener Interpretation meisterte. Auch hier ließ Hartung klare strukturelle Verhältnisse mit Sinn für die unterschiedlichen Gewichtungen der Instrumentengruppen walten, durch die die Themen wandern, was dann besonders bei der Neunten positiv auffiel. Den vokal-kollektiven Part steuerte der Philharmonische Chor Essen sicher bei, als Gesangssolisten präsentierten sich Barbara Spieß, Astrid Defauw, Corby Welch und Nikolai Karnolsky.